Von den Schweden lernen: Mit Kernkraft gegen den Klimawandel

schwedisches Modell - kann Kernkraft den Klimawandel bremsen

Wir bewundern das unermüdliche Engagement zehntausender Schüler für #FridaysForFuture. Was haben wir so gemacht, als wir 14, 15 oder 16 Jahre alt waren? Uns gefragt, wer dieser LAN ist und warum er so viele Partys veranstaltet? Die erste Staffel Germany’s Next Top Model geschaut? Gegen den Klimawandel sind wir auf jeden Fall leider nicht so konsequent auf die Straße gegangen – ein Fehler.

Heute verfolgen wir die Schüler-Demonstrationen dafür umso mehr. Wir nehmen sie ernst und setzen uns mit ihren inhaltlichen Aussagen auseinander. Und wir haben dasselbe Ziel: Die Energiegewinnung mittels fossiler Rohstoffe – allem voran Kohle – muss schnellstmöglich beendet werden. Doch trotz großer Worte und eines guten Rufs als Klimanation wird Deutschland diese Ziele um ganze 8 Prozentpunkte (von angepeilten 40) verfehlen. So schlecht, wie Deutschland bei seinen Emissionen dasteht, sind wir schon lange kein Vorreiter mehr.

Die Schweden haben dagegen nun ihre Klimaziele zwölf Jahre früher als ursprünglich geplant erreicht. Unser nördlicher Quasi-Nachbar ist in dieser Hinsicht vorbildlich. Das gleiche gilt auch für die Industrienation westlich von uns, Frankreich.

Der wesentliche Grund dafür: Die Schweden haben ihren ursprünglich für 2010 geplanten Atomausstieg nicht vollzogen. Stattdessen decken sie noch immer ein Drittel ihres Energiebedarfs mittels Kernkraft. Insbesondere garantiert dies die nötige konstante Leistung, wenn die Erneuerbaren gerade nicht zuverlässig Strom liefern.

Es ist klar, dass man an Alternativen forschen muss, so dass am Ende sowohl fossile als auch atomaren Müll generierende Energieerzeugung obsolet wird. Aber für eine stabile, möglichst CO2-freie Energieerzeugung ist es aktuell nicht zielführend, tatsächlich bis 2022 die restlichen deutschen Atommeiler stillzulegen. Bis dahin wird keine sinnvolle Alternative ans Netz gehen können und der zusätzliche Strombedarf wird unseren CO2-Fußabdruck nur unnötig hoch halten – wie wir es auch schon in den ersten Phasen des Atomausstiegs miterleben konnten.

Wir müssen uns entscheiden: Auf der einen Seite steht der deutsche Beitrag zum globalen Klimawandel, auf der anderen verstrahlte Endlager, die wir für den bereits vorhandenen Müll ohnehin schon brauchen. Letzteres ist nicht schön, aber aus unserer Sicht klar das geringere Übel. Dass wir zudem in neue Technologien investieren könnten, um den vorhandenen Müll früher oder später selbst als Brennstoff zu verwenden – und damit die Endlagerfrage zu entschärfen –, macht den Aufschub des Atomausstiegs noch mal zur vergleichsweise besseren Option.

Darum sollte die Kernenergie erst abgelöst werden, sobald dies ökologisch sinnvoll ist und die Versorgungssicherheit dadurch nicht gefährdet wird.

Selbst in den USA kommt Bewegung in die Klimadiskussion, etwa mit der Hoffnung auf einen “Green New Deal”. Das ist eine positive Entwicklung, aber der einzige grüne Deal, der je zu einer ausreichenden Dekarbonisierung beigetragen hat, basiert auf Kernenergie in Kombination mit erneuerbaren Energien. Wollen wir es uns wirklich unnötig schwer machen und effizienten Klimaschutz einer irrationalen Angst vor der Kernkraft opfern?

Wie Deutschland, Frankreich, Schweden und viele andere Staaten aktuell CO2-technisch dastehen und wo ihr Strom herkommt, zeigt die Elektrizitätsweltkarte. Hier seht ihr live, welche Regionen jetzt gerade in dieser Sekunde zum Klimawandel wie stark beitragen. Für Europa ergibt sich hier ein klares Bild – und leider auch für Deutschland.

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