Legalisierung senkt das Risiko des Konsums

Drogenhandel existiert dort, wo es eine Nachfrage gibt. Drogen werden zu jedem Zeitpunkt produziert, gehandelt und an den Endkonsumenten verkauft. Ohne staatliche Kontrolle bleibt nur der Schwarzmarkt. Konsumenten haben dort keine Kontrolle darüber, welche Substanz mit welchen Inhaltsstoffen in welcher Zusammensetzung sie zu sich nehmen. Wirkung, Giftigkeit und Gefahrenpotential sind nicht absehbar – mit teilweise tödlichen Folgen [1].

Bei der aktuellen Drogenpolitik existiert keinerlei Verbraucherschutz, es gibt keine Packungsbeilagen, keine Inhaltsangaben, kein Reinheitsgebot – nur das Wort des Dealers.
Auch das Drogenangebot ist einem ständigen Wandel unterworfen. Jeden Tag drängen neue Produkte auf den Markt, bekannte Substanzen werden neu gemischt, bisher unbekannte Stoffe völlig neu entwickelt – ohne Kontrolle, ohne Studien, ohne Tests. Aus dem Lagebericht Drogen, welcher 2017 vom Bundeskriminalamt veröffentlicht wurde [2], geht hervor, dass ein deutlicher Anteil an Drogentoten auf neue psychoaktive Substanzen (NPS) entfällt. Insgesamt wurden allein im Jahr 2017 185 Tote im Zusammenhang mit NPS, Fentanyl oder synthetischen Opioiden festgestellt.

Die Bundesregierung kommt mit dem Verbieten dieser neuen Stoffe nicht mehr hinterher. Allein im Bereich der Cannabinoide kommen in Deutschland jedes Jahr rund 30 neue Stoffe auf den Markt [3], die zum Zeitpunkt ihres Erscheinens meist noch legal sind. Durch die Verdrängung in die Illegalität sehen sich Konsumenten gezwungen, auf Ersatzstoffe zurück zu greifen, die mitunter gefährlicher wirken können als eine Vielzahl der reinen psychoaktiven Substanzen. Drogen und die gesuchten Alternativen sind oft von schlechter Qualität, die Inhaltsstoffe sind nicht bekannt und die Dosierung stellt ein erhebliches Risiko dar [4].

Doch es würde auch anders gehen. Verbote verhindern keinen Konsum. Die einzige Entscheidung, die wir in der Politik treffen können, ist: Wollen wir uns für oder gegen einen bewussten, aufgeklärten und risikoärmeren Umgang mit Drogen einsetzen?

Der Kampf gegen Drogen ist gescheitert. Es wird Zeit umzudenken. Um Menschen zu schützen brauchen wir eine rationale und liberale Drogenpolitik.

[1] https://www.nzz.ch/meinung/drogen-zu-verteufeln-nuetzt-nur-den-dealern-ld.1329384

[2] https://www.bka.de:  2017RauschgiftBundeslagebildZ.pdf

[3] http://www.emcdda.europa.eu/topics/pods/synthetic-cannabinoids

[4] https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-06/drogen-zukunft-legal-highs

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