Legende Luther: Reformator und Hassprediger

Dieses Jahr wird der 31. Oktober einmalig als gesamtdeutscher Feiertag begangen. Mit Festgottesdiensten und Feierlichkeiten endet die Lutherdekade mit mehreren Tausend kirchlichen Veranstaltungen.

Der Reformationstag selbst ist kein sogenannter Stiller Feiertag, Halloween-Feiern sind also erlaubt, allerdings nur bis 02:00 Uhr morgens. Am 1. November herrscht Tanzverbot.

Gefeiert wird der Beginn der Reformation, die Martin Luther vor genau 500 Jahren, am Tag vor Allerheiligen 1517, eingeleitet hatte, als er seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll. Sie gilt als Ende des Mittelalters und Beginn der Frühen Neuzeit.

Luther kritisierte vor allem den Ablasshandel der Kirche, der zur Finanzierung des Petersdoms in Rom und zur Tilgung bischöflicher Schulden diente. Seine Kritik brachte ihm einen Ketzerprozess und den Kirchenbann ein. Letztendlich führte seine Kritik an der Institution des Papsttums zur Kirchenspaltung.

Allerdings ist vieles, was wir über Luther zu wissen glauben, Legende: Wahrscheinlich hat er die 95 Thesen nicht an die Kirchentür angeschlagen; sie waren in Latein verfasst. Für sein angebliches: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ gibt es keinen Beweis. Das berühmteste Zitat: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen.“ ist die Erfindung eines hessischen Pfarrers aus dem Jahr 1944. Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche ist keineswegs die erste. Es gab vorher schon 18 gedruckte Übersetzungen.

Belegt ist allerdings, dass er ein fanatischer Hassprediger, Antisemit, Rassist und Sexist war. Er empfahl, die Häuser der Juden zu zerstören, ihre Synagogen zu verbrennen, ihnen ihre religiösen Bücher zu nehmen und sie zur Zwangsarbeit zu verurteilen. Er wollte ein Lehrverbot für Rabbiner, die Aufhebung der Wegefreiheit für Juden und ihre Zwangsenteignung. All dies „unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien.“ Luther sah das Judentum nicht als Religion, sondern als „Rasse“, wie später die Nationalsozialisten. Für ihn blieb auch der konvertierte Jude immer noch ein „Jude“, der die Christen schon durch sozialen Kontakt mit seinem Unglauben „anstecken“ könnte.

Folgerichtig verehrte Hitler Martin Luther als „das größte deutsche Genie“, der „den Juden“ bereits so gesehen habe, „wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“. Der Philosoph Karl Jaspers stellte dazu fest: „Hitler hat Luthers Ratschläge gegen die Juden genau ausgeführt.“

Den Ablasshandel verurteilte Luther, aber er eröffnete der Christenheit neue Möglichkeiten, die ewige Seligkeit zu erreichen. In bester Hassprediger-Manier forderte er auf: „Steche, schlage, würge die Juden, wer da kann! Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen.“

Er sprach Muslimen das Menschsein ab. Aufständische Bauern wollte er „stechen, schlagen, würgen und zerschmeißen“. Er glaubte an Hexen und forderte die Todesstrafe für „Schadenszauber“. Der Tod einer Frau bei der Geburt war für ihn „nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes.“

„Ich bin gänzlich überzeugt, dass Missgeburten nur ein vom Teufel besessenes Stück Fleisch ohne Seele sind, die man ersäufen sollte.“ war einer seiner Kommentare zum Thema Behinderung. Er sprach von “teufelsähnlichen Kindern”, die er für “wahre Teufel” hielt.

Als religiöser Fanatiker und Kriegstreiber, glaubte Luther, der Krieg sei durch Gott legitimiert: „Denn die Hand, die das Schwert führt und tötet, ist dann auch nicht mehr eines Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg. Das alles sind seine Werke und sein Gericht.“

Doch trotz alledem finanziert der Staat die Feierlichkeiten für diesen Hassprediger aus Steuergeldern. Der Bund gab 50 Millionen, mehr als 150 Millionen kamen von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen hinzu. Trotzdem gilt das Lutherjahr als Flop: Zum Kirchentag in Berlin kamen 120.000 Besucher – 200.000 waren erwartet worden. In Leipzig kamen statt der erwarteten 50.000 nur 15.000. Ein Erfolg waren immerhin die Luther-Playmobilfiguren, von denen eine Million verkauft wurden.

Es ist unerträglich, dass die Allgemeinheit für die Finanzierung eines solchen Spektakels aufkommen muss und dass Bürgern vorgeschrieben wird, wie sie die Feiertage zu verbringen haben. Luther wurde zu einer Legende verklärt. Er ist Galionsfigur für eine Dekade der Selbstbeweihräucherung der Kirche.

Daher fordern wir: keine Finanzierung von Kirchenfeiern aus Steuergeldern und Aufhebung des Tanzverbots an Stillen Feiertagen!

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