4. Jahrestag vom Attentat auf Charlie Hebdo

Am heutigen Tag jährt sich das Attentat auf „Charlie Hebdo“ (1). Der islamistisch motivierte Terroranschlag kostete 12 Menschen das Leben und war gezielt gegen die Redakteure des französischen Satiremagazins durchgeführt worden.
Die Karikatur von David Pope war eine der vielen Solidaritätsbekundungen, die weltweit stattgefunden haben (2). Anders als 2005 bei der Veröffentlichung der Karikaturen vom Propheten Mohammed, die u.a. von Kurt Westergaard gezeichnet worden waren. Westergaards „Mohammed mit der Bombe im Turban“ löste eine Reihe von gewaltvollen Protesten unter Muslimen aus, bei denen mehr als 100 Menschen ums Leben kamen (3). In der Politik und in den Medien wurde diskutiert: „Wie weit darf die künstlerische Freiheit gehen? Dürfen religiöse Gefühle verletzt werden?“
Nach dem Angriff auf die Redakteure von Charlie Hebdo war diese Diskussion hinfällig. Kein religiös verletztes Gefühl hätte so eine Bluttat rechfertigen können.
Auch vier Jahre später ist die Frage nach der künstlerischen Freiheit immer noch aktuell. Wir denken an die Böhmermann-Affäre (4). Der Moderator Jan Böhmermann hatte ein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Erdogan verfasst. Erdogan verklagte Böhmermann und sogar die Kanzlerin schaltete sich ein, immerhin waren die Gefühle eines Staatsoberhauptes verletzt worden. Wenig später: Oliver Welke kreuzigt in der „Heute-Show“ den Osterhasen und erhält eine Menge an unverhoffter Zuschauerpost (5).
Vor wenigen Tagen: Der Komiker Jürgen von der Lippe gesteht in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“, dass er keine Witze über den Islam mache, da „ihm sein Leben wichtiger sei (6).“
Wie weit darf künstlerische Freiheit gehen? Oder: Wie weit muss künstlerische Freiheit gehen? Gerade totalitäre Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie genau diese Freiheiten einschränken, da sie eine Meinungspluralität kaum ertragen können bzw. sie ihren Interessen entgegensteht. Wir Humanisten befürworten die künstlerische Freiheit nicht nur, wir wollen ihren Stellenwert in der Gesellschaft aktiv schützen. Kein verletztes Gefühl, auch religiöser Natur, ist weder heilig, noch muss es unter Staatsschutz gestellt werden.
(1) Das Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“:
(2) Karikaturisten solidarisieren sich:
(3) Kurt Westergaard:
(4) Causa Böhmermann:
(5) H.A.S.I. am Kreuz:
(6) Von der Lippe über Islam-Witze:

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