Legalisierung verhindert Beschaffungskriminalität

Abhängigkeit ist ein gefährliches Krankheitsbild. Es schränkt die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die sozialen Chancen des Individuums ein [1]. Abhängigkeiten können sogar so stark werden, dass alles zur Bedienung der Sucht unternommen wird. Für manche ist Beschaffungskriminalität dann der einzige Weg.

Besonders bei Drogenabhängigkeiten fallen Menschen viel zu oft aus dem Hilfesystem heraus und werden in ein Leben am Rande der Gesellschaft gedrängt. Sie gelten nicht als Kranke, sondern als Kriminelle. Sie werden für den Konsum und Besitz verhaftet, zusammen mit Schwerverbrechern eingesperrt und ihrer Lebensperspektive beraubt.

Doch es geht auch anders:
Medizinische Ersatzstoffe können verschrieben und im Rahmen regulärer Behandlungen ausgegeben werden. Therapeutische Betreuung und ärztliche Aufsicht ermöglichen es Abhängigen, sich von ihren Süchten zu befreien oder zumindest den Schaden durch diese zu minimieren. So kann der Gesundheitszustand und die soziale Situation der Patienten deutlich verbessert und Schaden von der Gesellschaft abgewendet werden [2]. Auch die Entwicklung neuer Therapien, Ersatzstoffe und Suchtmedikamente muss vorangetrieben werden. Unter den heutigen Bedingungen ist das jedoch fast nicht möglich [3].

Der Nutzen dieser Ansätze ist eindeutig belegt:
In einer Studie mit Methadon als Ersatzstoff konnte das Leben der Teilnehmer deutlich gebessert werden, wohingegen die Rate an Todesfällen bei den weiterhin Heroin konsumierenden Nicht-Teilnehmern 51 Mal höher lag [4]. Auch wenn man es rein nüchtern von der Kosten-Nutzen-Seite her betrachtet, ist das Ergebnis eindeutig positiv. Ersatztherapien sind 9 bis 19 mal günstiger als der Weg der Strafverfolgung mit allen Folgekosten [5]. Die Folge der Therapien ist auch eine drastische Reduzierung der Beschaffungskriminalität [6]

Menschen zu betreuen, ihnen Hilfe zu gewähren und neue Lebenschancen zu ermöglichen, ist unzweifelhaft der bessere Weg, als sie wegzusperren und in die Illegalität zu verdrängen.

Der Kampf gegen Drogen ist gescheitert. Es wird Zeit umzudenken. Um Menschen zu schützen brauchen wir eine rationale und liberale Drogenpolitik.

[1] https://web.archive.org/web/20061022031449/http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de:80/_media/suchtforschung_2005.pdf
[2] https://www.sueddeutsche.de/leben/drogen-in-der-medizin-rausch-auf-rezept-1.866267
[3] https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-06/drogen-zukunft-legal-highs
[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11064496?dopt=Abstract
[5] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1360-0443.2004.00752.x
[6] https://www.drugandalcoholdependence.com/article/S0376-8716(05)00080-3/fulltext

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