Fahrradfahrer endlich ernst nehmen!

Fahrradfahrer endlich ernst nehmen!

Fahrradfahrer endlich ernst nehmen!

Ein weiteres weißes Fahrrad erinnert an einen weiteren tödlichen Unfall in Dresden [1]. Wieder einmal wurde eine Fahrradfahrerin von einem anderen Verkehrsteilnehmer übersehen, diesmal auf dem schmalen Radweg zwischen der zweispurig befahrenen St. Petersburger Straße und den direkt angrenzenden Parkflächen. Das sechste sogenannte Ghostbike in Dresden ist nicht nur ein Symbol der Trauer und des Erinnerns an einen weiteren Menschen, der mitten aus dem Leben gerissen wurde. Es ist vielmehr ein Ausdruck fehlgeleiteter Verkehrspolitik, die Fahrradfahrer nicht als eigenständige Verkehrsteilnehmer ernst nimmt.


Die meisten Menschen sind nicht ausschließlich Fußgänger, Fahrradfahrer, Kraftfahrzeugführer


Die meisten Menschen sind nicht ausschließlich Fußgänger, Fahrradfahrer, Kraftfahrzeugführer. Die Flächennutzungsproblematik kann – realistisch betrachtet – auch nicht auf einen Streich für alle zufriedenstellend gelöst werden. Wenn aber Fahrradfahrer von vornherein nicht als eigenständige Gruppe in die Verkehrsplanung einbezogen werden, dann ist es nicht verwunderlich, dass das Stadtplanungsamt „keinen Handlungsbedarf“ sieht, da „hohe Verkehrsbelastungszahlen des Kfz-Verkehrs“ dem entgegen stünden [2]. Es ist ein Trauerspiel, dass es in Dresden immer noch keine durchgehend befahrbare, glatte und sichere Nord-Süd-Verbindung für Fahrradfahrer gibt. Dies scheitert an geteilten Fuß- und Radwegen, plötzlich endenden Fahrradspuren, fehlenden Fahrradampeln, Einengungen durch Haltestellen, Schlaglöchern im Radweg und auf Kopfhöhe in den Fahrradweg hineinragenden Verkehrsschildern.


Dadurch wird das Fahrradfahren in Dresden für viele Menschen sicherer und attraktiver


Wir fordern hiermit alle politischen Entscheidungsträger dazu auf, Fahrradfahrer endlich als Verkehrsteilnehmer ernst zu nehmen. Insbesondere unterstützen wir die Petition des ADFC Dresden e.V. [3,4], die St. Petersburger Straße sicherer zu machen. Die dadurch verloren gehenden Parkflächen können durch die umliegenden Parkmöglichkeiten ausgeglichen werden. In einem ersten Schritt sollten die Parkplätze vorläufig gesperrt werden, um die Gesamtauslastung in Spitzenzeiten nachvollziehbar und rational zu untersuchen. Wenn es nicht zu einer nachgewiesenen Totalüberlastung der umliegenden Parkmöglichkeiten kommt, dann gibt es keinen Grund, die Parkplätze auf der St. Petersburger Straße zu erhalten. Dadurch wird das Fahrradfahren in Dresden für viele Menschen sicherer und attraktiver. Auch wenn sich dadurch Autofahrer eingeschränkt fühlen und ihnen Umwege entstehen – die Schaffung sicherer Verkehrswege für alle und die Vermeidung tödlicher Unfälle hat für uns höhere Priorität. Ein ähnlicher Appell in Leipzig hat auch schon zu ersten Erfolgen geführt [5].


Ich glaube persönlich daran, dass das Fahrrad das Individualverkehrsmittel der Zukunft ist


Unser Vorstandsmitglied Konstantin Clauß nahm als begeisterter Fahrradfahrer am 31. August an der 2. Dresdner Radnacht des ADFC-Dresden [6] teil, um für eine fahrradfreundliche, sichere und stressfreie Verkehrsführung zu demonstrieren: “Ich glaube persönlich daran, dass das Fahrrad das Individualverkehrsmittel der Zukunft ist – mindestens innerhalb der Städte. Dafür sollten wir uns gemeinsam einsetzen.” Die Niederlande und Dänemark machen vor, dass die aktive Schaffung einer fortschrittlichen Fahrradinfrastruktur möglich ist: breite Wege, große Fahrradparkhäuser, Anpassung von Ampeln an Fahrradgeschwindigkeit [7]. Lasst uns endlich aufhören, den Rädern Steine in den Weg zu legen!

 

[1] http://ghostbikesdd.blogsport.de/2018/08/20/trauer-um-getoetete-radfahrerin-auf-der-st-petersburger-strasse/

[2] https://www.sz-online.de/nachrichten/gefahr-fuer-radfahrer-auf-st-petersburger-3972749.html

[3] http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Nach-toedlichem-Unfall-ADFC-will-Parkplaetze-auf-der-St.-Petersburger-Strasse-streichen-lassen

[4] https://apps.dresden.de/ords/f?p=1610:3:10944890753397::NO::P3_P_ID:4901

[5] http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipziger-Jahnallee-bekommt-fuer-vier-Tage-einen-extra-Radweg

[6] http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresdner-radeln-mit-dem-ADFC-in-die-Nacht

[7] https://www.wired.com/2016/02/copenhagens-new-traffic-lights-recognize-and-favor-cyclists/

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