Philosophie – Die Partei der Humanisten

In den vorangegangenen Artikeln haben wir beantwortet, was die Philosophie ausmacht, wozu sie nützlich ist,was wir ihr verdanken und was “Humanismus” ist. In diesem Artikeln erläutern wir, welche konkreten politischen Werte wir aus der Philosophie des Humanismus ableiten und wofür wir als Partei stehen.

Den Menschen in den Mittelpunkt stellen, was heißt das für uns? Wir sehen den Menschen als vernunftbegabtes Wesen mit Bedürfnissen, die er gestillt sehen möchte, und der Fähigkeit auf andere einzugehen. Daraus ergeben sich drei Annahmen als Ausgangsposition für unsere politische Arbeit:

 

  1. Wenn es einen Weg gibt, mit den stetig neuen Herausforderungen einer sich wandelnden Welt umzugehen, dann kann er nur durch einen wohlgebildeten, kritischen Verstand entwickelt werden. Nur der Mensch selbst kann seine Probleme lösen. Auf göttliche Hilfe oder eine selbstregulierende Natur zu hoffen, ist deshalb keine lösungsorientierte Option. Das bedeutet aber auch, Verantwortung für die Ergebnisse dieser Ideen zu übernehmen und vorausschauend zu handeln. Je mehr Menschen die dazu nötige Bildung erhalten, desto besser wird die Menschheit auf die Neuerungen der Zukunft reagieren können.
  2. Das größte Wohlergehen unter den Menschen entsteht, wenn die größtmögliche Menge ihrer Bedürfnisse für die größtmögliche Dauer gestillt wird. Zu diesen zählen sowohl die grundlegenden körperlichen als auch die psychischen und sozialen Bedürfnisse, beispielsweise der Wunsch nach Selbstverwirklichung, Privatsphäre, Gesellschaft oder Freiheit.
  3. Menschen sind durch die Fähigkeit, Empathie zu empfinden, zu kommunizieren und aufeinander einzugehen in der Lage – und in der Regel auch gewillt – erfolgreich zusammenzuleben.

 

Wo sehen wir dabei die Aufgabe des Staates? Dies lässt sich herleiten, wenn man die Frage umformuliert: Warum leben Menschen in Staaten? Die Antwort darauf fällt zunächst ziemlich simpel aus: Weil sie sich davon versprechen, dass es besser ist als ohne. „Besser“ kann unter Berücksichtigung der vorangegangenen Punkte für uns nur heißen:

 

  1. Der Staat muss dafür sorgen, dass alle Menschen die Möglichkeit erhalten, ihr Potential bestmöglich auszuschöpfen und sich frei entfalten zu können.
  2. Der Staat muss dafür sorgen, dass das größtmögliche Wohlergehen unter allen Menschen herrscht, sie also möglichst viele ihrer Bedürfnisse für eine möglichst große Dauer stillen können.
  3. Der Staat muss dafür sorgen, dass ein freiheitlicher Rahmen gesetzt ist, innerhalb dessen die Menschen ihr Zusammenleben durch Empathie, Kommunikation und das Eingehen auf andere selbst gestalten können.

 

Für unsere konkrete politische Arbeit heißt das:

  1. Wir sind sozialliberal: Wir streben die maximale Freiheit bei Sicherstellung der Grundversorgung an. Das bedeutet, dass wir sowohl für die Freiheit zu etwas, als auch die Freiheit von etwas eintreten. Für uns kann Freiheit von Not nur dann verwirklicht werden, wenn jeder Mensch die Freiheit zur Gestaltung seines eigenen Lebens in der Hand hat. Der Staat sollte dabei einen schützende Rahmen bilden, der jeden Menschen absichert, sich aber nicht in das Privatleben einmischen. Staatliche und religiöse  Bevormundung lehnen wir ab, jeder Mensch sollte selbst entscheiden können, was für ihn oder sie richtig ist. Deshalb sind wir eine liberale Partei. Doch auch Fairness und Gerechtigkeit spielen für uns eine wichtige Rolle. Als Humanisten schützen und unterstützen wir auch die schwächsten Mitglieder der Menschheit nach unseren besten Möglichkeiten. Nur eine gerechte Gesellschaft ist eine erfolgreiche Gesellschaft. Deshalb sind wir eine soziale Partei.
  2. Wir sind rational: Wir betrachten die wissenschaftliche Methode als den besten Weg, allgemeingültige Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei betonen wir das Zusammenwirken der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Unsere Politik basiert auf Fakten, die sich aus einer kritisch-rationalen und wissenschaftlich fundierten Auseinandersetzung mit der Realität ergeben. Wir suchen bei der Entwicklung unserer Positionen stets den besten Weg, um Probleme zu lösen und gehen dabei ergebnissoffen und undogmatisch vor.
  3. Wir sind pragmatisch: „Richtige“ Politik ist, was gut für die Gesamtheit der Menschen ist, nicht, was schon immer so gemacht wurde oder die Moralvorstellungen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe widerspiegelt. Dabei richten wir uns nicht nur nach der Mehrheit, sondern haben das Wohlergehen jedes Einzelnen im Blick.
  4. Wir sind fortschrittlich: Wir sind neugierige Forscher und Pioniere, Weltverbesserer und Gestalter der unaufhaltsamen Veränderung. Wir nehmen unsere Zukunft aktiv in die Hand. Deshalb wollen wir Forschung fördern. Dabei ist es wichtig, Chancen und Risiken realistisch zu bewerten, und vorhandene Möglichkeiten und Werkzeuge verantwortungsvoll einzusetzen, um unseren Lebensraum und unsere Mitlebewesen zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten.
  5. Wir sind optimistisch: Wir halten alle Probleme und Herausforderungen unserer Zeit für lösbar. Wir bieten Visionen und sehen Möglichkeiten, statt alarmistisch und pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Wir wollen Menschen durch positive politische Konzepte begeistern und Engagement und Zusammenarbeit bestärken, statt durch Angst und Befürchtungen zu mobilisieren.
  6. Wir sind bildungsorientiert: Wir wollen jedem Menschen die Chance auf die bestmögliche Bildung geben. Bildung ermöglicht es, sich zu einem freien, aufgeklärten, kritischen und mündigen Menschen zu entwickeln. Deshalb legen wir auch großen Wert auf die Vermittlung der grundlegenden wissenschaftlichen Methodik. Diese methodische Orientierung ist heutzutage bereits wichtiger als das Vermitteln von Fakten selbst, da diese dank des Internets jedem jederzeit zur Verfügung stehen, und sie wird durch noch schnellere Wissensumbrüche auch in Zukunft immer weiter an Bedeutung gewinnen. Wissenschaftliche Erkenntnisse bilden die Grundlage unserer technischen Zivilisation, sowie die Quelle des Wohlstandes und der Lebensqualität des Menschen. Aus diesem Grunde sind Wissenschaft und Bildung zwei unserer Kernthemen.

 

Mit dieser Erläuterung unserer parteiphilosophischen Grundlagen endet unsere Artikelserie zum Welttag der Philosophie. Die gesamten philosophischen Überlegungen der vergangenen Jahrtausende, die unsere Sichtweise möglich gemacht haben und begründen, in einem Artikel wiederzugeben ist schlichtweg nicht möglich. Wir hoffen aber, einen guten Einblick geboten und – ganz im Geiste dieses Tages – dazu motiviert zu haben, kritisch zu hinterfragen und sich mit unserer Partei auseinanderzusetzen.

 


Über unsere Artikelserie „Welttag der Philosophie“


Zum UNESCO Welttag der Philosophie haben wir eine Artikelserie veröffentlicht, in der wir die Grundlagen der Philosophie vorstellen und erläutern, auf welcher Basis unsere Politik steht. Hier geht es zum Einleitungsartikel und einer Übersicht aller Artikel der Reihe: “Philosophie – Sapere aude!”

 

Zitat der UNESCO: „Die UNESCO-Generalkonferenz erklärte 2005 den dritten Donnerstag im November zum Welttag der Philosophie. Die Resolution 33C/Res. 37 erinnert daran, „dass Philosophie als Disziplin zum kritischen und unabhängigen Denken ermutigt und auf ein besseres Verständnis der Welt hinwirken und Toleranz und Frieden fördern kann“. Der Welttag soll „der Philosophie zu größerer Anerkennung verhelfen und ihr und der philosophischen Lehre Auftrieb verleihen.“

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