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In unserem letzten Artikel von Bundesvorstandsmitglied Jan Kurz haben wir das oftmals zitierte „Böckenförde-Diktum“ auf den Prüfstand gestellt. Dieses Theorem behauptet, nur Religionsgemeinschaften könnten allgemein verbindliche Moralnormen hervorbringen. Das ist – wie wir logisch bewiesen haben – ein unhaltbarer Fehlschluss.

Der neuste Artikel in der ZEIT belegt einmal mehr, wie rückständig und menschenverachtend diese angebliche Funktion ausgeübt wird. Er liest sich wie ein Zeugnis aus einem anderen, weit entfernten Land. Doch dieses Land ist nah und sorgte in letzter Zeit häufig für erschütternde Schlagzeilen:

In Sachsen werden zwei bei den Bürgern beliebte Pfarrer aus ihrem Amt gedrängt – weil sie homosexuell sind.

Auch ein schwuler Organist wird nach dem Bekanntwerden seiner sexuellen Orientierung von der Kirche gekündigt.

Der im August 2015 angetretene Landesbischof Rentzing formulierte die dahintersteckende Moralnorm folgendermaßen: „Die Bibel sagt, dass die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht.“ Er ist bekannt für seinen harten Kurs gegen Homosexualität, er hatte sich mit diesem Thema als Alleinstellungsmerkmal profiliert.

Die Katholische Kirche ist seit langem für ihre Homophobie im Gespräch, doch diese Vorfälle muss sie sich nicht vorwerfen lassen – es ist die Evangelische Kirche. Wer glaubt, dass diese einen gemäßigteren Kurs fährt, der sollte sich einmal ins Erzgebirge begeben. Dort wird die Bibel von Evangelikalen wortwörtlich ausgelegt – ganz wie in alten Zeiten.

An vergangene Zeiten wird man auch durch unglaubliche Worte des ehemaligen Pfarrers Dr. Theo Lehmann erinnert, der unter Sachsens Christen sehr bekannt ist und forderte: Was wir brauchen, sind KZ-fähige Christen.

Er sieht in dem Islam eine „antichristliche Religion“, glaubt an eine bevorstehende Christenverfolgung, zitiert das Sprachrohr der Neuen Rechten, die „Junge Freiheit“, und marschiert regelmäßig bei PEGIDA mit.

Alles Einzelfälle? Die Heinrich-Böll-Stiftung berichtete bereits vor zwei Jahren von deutlichen fundamentalistischen Kräften in den Reihen der Evangelischen Kirche Sachsens. Vorgeworfen wird der Kirche, die Auseinandersetzung gescheut und versäumt zu haben, „sich klar von Inhalten und wahnhaften Zügen des Glaubens in den eigenen Reihen zu distanzieren“.

Auch Ralf Reinsperger, Kirchenvorstand der Dresdner Gemeinde, sagte: „Die sächsische Landeskirche ist wie ein Raumschiff, sehr, sehr weit weg von der Realität. Sie braucht sich nicht darüber zu wundern, dass ihre Rolle in der Gesellschaft immer kleiner wird. Sie schafft sich selbst ab.“

Zum Erhalt unser aller Freiheit kann man nur hoffen, dass dieser Säkularisierungsprozess so schnell wie möglich voranschreitet. Die Kirche darf der Bevölkerung nicht länger ihre verkommenen Moralvorstellungen aufdiktieren! Es ist schlichtweg eine Schande für ein modernes Land, dass Institutionen mit solchen Ansichten und Mitgliedern eine dermaßen große Macht ausüben.

Wir, die Partei der Humanisten, setzen uns als liberale Partei für die Wahrung der Rechte aller Menschen ein – Diskriminierung, Fundamentalismus und anachronistischen Moralvorstellungen treten wir entschieden entgegen!

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