Die Veranstaltung

Am 28. und 29.11.2015 veranstaltete intaktiv e.V. am Stiftungssitz der Giordano-Bruno-Stiftung in Oberwesel im „Haus Weitblick“ einen Strategie-Workshop. Ziel war die Erarbeitung der künftigen Ausrichtung und Kampagnen-Planung des Vereins, der sich als „Stimme für genitale Selbstbestimmung“ versteht.

Zu dem zweitägigen Arbeitstreffen waren neben dem Vorstand der GBS, bestehend aus dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Steffen und Vorstandssprecher Dr. Michael Schmidt-Salomon, auch die GBS-Geschäftsführerin Elke Held und Vertreter der GBS-Regionalgruppe Mainz anwesend. Thematisch involvierte Vereine und Akteure wie „Pro Kinderrechte Schweiz“, „beschneidungsforum.de“ und „MoGiS e.V.“ waren als wichtige Ansprechpartner vor Ort.

Für die Partei der Humanisten folgten Generalsekretär Beka Kobaidze sowie die Vorstandsmitglieder Stefan Schmitz und Felix Bölter der Einladung der intaktiv-Vorsitzenden Viola Schäfer.

Der erste Tag

Von Samstag bis Sonntag Mittag diskutierten und besprachen die Teilnehmer nach drei einleitenden Vorträgen die künftige Funktion und Rolle von intaktiv e.V. in der humanistischen Opposition der gegenwärtigen Rechtslage und -praxis. Dies fand unter der Fragestellung medizinisch nicht notwendiger Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit und der sexuelle Selbstbestimmung von Unmündigen statt.

Dabei wurden neben kreativen Ansätzen für konkrete Öffentlichkeitsarbeit die unterschiedlich aussichtsreichen juristischen Herangehensweisen sowie die Risiken und Fallstricke dieses öffentlich kontrovers diskutierten Themas besprochen. Unterstützt wurden die Teilnehmer dabei durch die kompetente Beteiligung der Strafrechtsprofessoren Dr. Holm Putzke und Dr. Rolf Herzberg. Auch die bessere Vernetzung der beteiligten Akteure war erklärtes Ziel der Veranstaltung.

Bei den diversen Exkursen in die verschiedenen Gesichtspunkte der Thematik konnten die Parteivertreter immer wieder insbesondere strategische Überlegungen sowie technisches und kommunikatives Know-How beisteuern.

Nach Abschluss des offiziellen Teils ergab sich am Samstag Abend zudem reichlich Gelegenheit für Einzelgespräche sowie das Zusammenfinden in kleinen Gruppen und geselliger Runde. Bis zur Verabschiedung deutlich nach Mitternacht waren bei Wein und gutem Essen zahlreiche erhellende, unterhaltsame und bereichernde Gespräche geführt, Kontakte geknüpft und Erreichbarkeiten ausgetauscht worden. Die Vertreter der PdH wurden mehrfach auf ihre politischen Aktivitäten und den bisherigen Werdegang der noch jungen Partei angesprochen. Die Resonanz aus dem Kreis der Anwesenden war durchweg positiv.

Der zweite Tag

Nach einer gelungenen morgendlichen Zusammenfassung des Zwischenstandes widmeten sich die Teilnehmer am Sonntag dann gezielt und stukturiert der Planung der anstehenden Maßnahmen, der technischen, organisatorischen und inhaltlichen Umsetzung sowie der Besprechung geeigneter Medien, Strukturen und Plattformen. Auch hier profitierte intaktiv e.V. von den Erfahrungen der noch jungen Partei der Humanisten mit Kommunikationsnetzwerken, Management-Systemen und Informationstechnik.

Nach einem abschließenden Feedback aller Teilnehmer und einstimmigen Danksagungen an die Organisatoren kamen die verbliebenen Gäste in den Genuss einer Vorführung der Rohfassung des fast 20-minütigen Films zu Michael Schmidt-Salomons neuem Buch „Big Family“, einem ansprechend illustrierten und adressatengerecht aufbereiteten Kindersachbuch zum Thema Evolution.“

Zu intaktiv e.V.

Am 07.05.2012 stellte das Landgericht Köln in einem Aufsehen erregenden Urteil fest, dass die ausschließlich religiös motivierte Beschneidung der Vorhaut eines Kleinkindes entgegen der bisher herrschenden Meinung eine strafbare Körperverletzung darstellen könne.

Der Bundestag verabschiedete daraufhin noch im Dezember 2012 ein Gesetz zur Einführung des § 1631d BGB, der in Anlehnung an die Grundrechtsabwägung der Kölner Richter die Grenzen der elterlichen Sorge auf die Entscheidung über die medizinisch nicht indizierten Beschneidung von Jungen ausweitet.

Dort steht in Absatz 2:
„In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.“

Als Reaktion auf diese, aus humanistischen Kreisen heftig kritisierte Legalisierung der religiösen Körperverletzung, gründete sich der gemeinnützige Verein „intaktiv – eine Stimme für genitale Selbstbestimmung e.V.“.

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