Heute feiern wir gemeinsam mit den Vereinten Nationen den 18. Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung. Dieser Feiertag soll daran erinnern, dass Fortschritt, Wohlstand und Frieden ohne Neugier, Forschung und Wissenschaft kaum möglich wären.

In der „Erklärung über die Wissenschaft und die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse“ positionieren sich die Autoren gleich zu Anfang: „Wir alle leben auf demselben Planeten und sind Teil der Biosphäre. Wir müssen uns immer stärker bewusst machen, […] dass unsere Zukunft unauflöslich mit der Bewahrung globaler lebenserhaltender Systeme und dem Überleben aller Formen des Lebens verbunden ist. […] Die Wissenschaft sollte der gesamten Menschheit dienen und dazu beitragen, ein vertieftes Verständnis für Natur und Gesellschaft, eine bessere Lebensqualität sowie eine nachhaltige und gesunde Umwelt für heutige und künftige Generationen zu schaffen.“ (Declaration of Science and the Use of Scientific Knowledge; Abs. 1; 1999)

Im Folgenden haben die Teilnehmer der „Weltkonferenz für das 21. Jahrhundert: Eine neue Verpflichtung” (heute: Weltwissenschaftsforum) Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit für das Allgemeinwohl festgehalten, den Ist-Zustand von 1999 dargestellt und Ziele formuliert. So spielen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die Wahrung der Menschenrechte eine ebenso große Rolle wie die Einhaltung ethischer Grenzen. Weiter stehen die Unterzeichner für eine wissenschaftsbasierte Politik, um die gravierenden Probleme der Globalisierung bewältigen zu können. 

Im Rahmen der Erklärung verpflichten sich die Teilnehmer der „Weltkonferenz für das 21. Jahrhundert: Eine neue Verpflichtung” […] “alles zu tun, um den Dialog zwischen der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Gesellschaft zu fördern […].“ (Declaration of Science and the Use of Scientific Knowledge; Abs. 44; 1999). Als Handlungsinstrument für die Umsetzung der Erklärung wird die „Science Agenda – Framework for Action“ benannt (Declaration of Science and the Use of Scientific Knowledge; Abs. 45; 1999).

Die in der Agenda aufgeführten Aktionsrichtlinien verstehen sich als „[…]Grundlage für die Bewältigung der Probleme, Herausforderungen und Möglichkeiten der wissenschaftlichen Forschung […]“. Gleichzeitig dienen sie der Förderung alter und neuer, nationaler und internationaler Partnerschaften und aller wissenschaftlich Tätigen. (Science Agenda – Framework for Action; Abs. 5; 1999)

So sieht die Agenda vor, dass die Mitgliedstaaten einen geeigneten rechtlichen Rahmen schaffen, der u.a. die Meinungsfreiheit sicherstellt und geistiges Eigentum schützt. Außerdem ist die besondere Förderung von Mädchen, Frauen und benachteiligten Gruppen festgehalten. 

Kern der Agenda ist allerdings nicht nur die Umsetzung ihrer Leitlinien in den Industrienationen. Sie verweist auch immer wieder auf die Schwellen- und Entwicklungsländer, die durch die internationale Gemeinschaft bei der Umsetzung unterstützt werden sollen.

Der Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung ehrt zu Recht diesen beiden  außergewöhnlichen Dokumenten. Zwanzig Jahre nach ihrer Unterzeichnung haben sie nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Gerade in Zeiten, in denen sich (rechte) Kräfte bemühen, Menschenrechte zu untergraben, Gleichberechtigung zu auszuhebeln und Fakten zu leugnen, ist es notwendig, als internationale Gemeinschaft geschlossen und wissenschaftlich fundiert aufzutreten. Um den Frieden und Fortschritt langfristig zu sichern, bedarf es umfassender Bildung. Und dafür bedarf es der Wissenschaft.

Wir feiern heute den Welttag der Wissenschaft, weil eben jene, vor zwanzig Jahren formulierten Ziele der „Declaration of Science and the Use of Scientific Knowledge“ sich auch in unserem Grundsatzprogramm wiederfinden. Wir verstehen die Wissenschaft als Schlüssel zur Entfaltung unseres vollen menschlichen Potentials. Um dem gerecht zu werden, muss sie frei von religiösen Dogmen, staatlicher Instrumentalisierung und ökonomischen Zwängen ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nachkommen können.

Wir wollen die Rolle der Wissenschaft gesellschaftlich und politisch stärken. Denn nur durch die rationale, wissenschaftliche Analyse der heutigen Probleme können wir wirklich nachhaltige und gerechte Lösungen finden.

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