Transhumanisten überwinden die Grenzen des Menschen mit neuen Technologien. Davon profitieren besonders die, die ein bisschen mehr Hilfe im Leben brauchen. Zum Wohle aller wollen wir den Weg zum Körper 2.0 ebnen.

Die Natur kann grausam sein. Wer – im Gegensatz zu seinen Artgenossen – blind zur Welt kommt oder sein Augenlicht verliert, hat nicht mehr lange zu leben. Wir Menschen fügen uns nicht diesem Schicksal, sondern unterstützen uns gegenseitig und bauen Hürden im Alltag ab. Mehr noch: Wir entwickeln Technologien, um körperlichen Einschränkungen zu beheben – allem voran die Brille. Sie ist ein Jahrhunderte altes Erfolgsmodell. Über die Hälfte aller Deutschen nutzen dieses unter Einsatz modernster Technik produzierte Hilfsmittel.

Die Körper der Zukunft

Doch mit der Technik des 20. Jahrhunderts hört es nicht auf. Die Zukunft verspricht Großes und sie ist bereits hier! Durch Netzhautimplantate und künstliche Linsen können auch diejenigen wieder sehen, denen keine Brille helfen kann. Das erhöht deutlich die Lebensqualität. Mehr und mehr körperlichen Beeinträchtigungen lassen sich zu einem immer größeren Grad aus der Welt schaffen. Dabei erzielen wir inzwischen in immer mehr Bereichen große Sprünge nach vorne: Anstelle von klobigen externen Hilfsmitteln integrieren wir Technologie in unsere Körper oder nutzen biotechnische Verfahren, um mithilfe von körpereigenen Zellen Probleme zu beheben.

Für Nichtbetroffene wird die neue Technik durch Arm- oder Beinprothesen am besten sichtbar. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen man sich – falls man die Amputation überhaupt überlebt hat – mit starren Holzbeinen oder einfachen mechanischen Ersatzhänden begnügen musste. Heutzutage greifen Elektroden direkt Signale ab, um Exoskelette zu steuern. So ist es sogar möglich, mit bionischen Hände zu fühlen und Klavier zu spielen. Überall in der Welt arbeiten Wissenschaftler daran, dass die Prothesen in Zukunft alle Funktionen des menschlichen Vorbilds übernehmen können. Hightech wird immer erschwinglicher und damit für eine immer größere Anzahl an Menschen fester Bestandteil ihres Lebens.

Die Revolution in unserem Körper

Doch auch eine zweite Revolution vollzieht sich für Nichtbetroffene ungesehen: So dienen beispielsweise aus körpereigenen Zellen gezogenes Knorpelgewebe als Gefäßprothese und können so beschädigte Blutgefäße ersetzen, oder bei Knorpelabrieb Abhilfe verschaffen. Die Fortschritte vollziehen sich schnell. Erst letztes Jahr wurde erfolgreich aus Eigenzellen gezogenes Gewebe in einem Schienbeinknochen eingesetzt. Überall auf der Welt arbeiten Wissenschaftler bereits unter Hochdruck sogar an einem ungleich größeren Ziel. Sie wollen in Zukunft komplette Organe wie das Herz oder die Leber aus den entnommenen Zellen von Patienten nachzüchten. Tausende Menschen warten jährlich auf ein Spenderorgan. Viele von ihnen vergeblich. Für sie sind Durchbrüche in diesem Bereich lebensrettend.

Durch breite Unterstützung von Forschung und Entwicklung wollen wir medizinische, biologische und technologische Fortschritte ermöglichen und fördern. Erkrankungen und körperliche Einschränkungen sind kein Schicksal, dem man sich fügen muss. Wir wollen ermöglichen, dass in Zukunft jeder Mensch eine Perspektive hat und ohne Einschränkungen an der Gesellschaft teilhaben kann. Wir haben keine Angst vor neuen Technologien, denn sie retten Menschenleben. Wir haben keine Angst vor Veränderung, wir begrüßen sie.

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