EU-Werbeplakate: Haben die Humanisten jetzt einen Vogel?
Shareable müssen Aussagen heute sein, provokant, am besten Empörung hervorrufen, dann erreicht man den Leser. Beim Wahlkampf spielen wir da mal mit.

Wir sehen es jeden Tag: Positive Aussagen, bloß keine Konsequenzen nennen, nicht auf Risiken hinweisen. Den Leuten nach dem Mund reden, bloß nicht anecken, sonst wird der Wähler verunsichert, springt ab. Wohlfühlbotschaften, Relativierungen und angepasste Phrasen, vielleicht auch mal einen frechen, pseudo-revolutionären Spruch, aber bitte bloß im sicheren Fahrwasser der gewohnten Politik.

Argumentationen mit Tiefgang werden in den Medien auf einzelne Statements zusammengedampft. Shareable muss es sein, provokant, schwarz oder weiß, am besten Empörung hervorrufen, dann erreicht man den Leser.

EU-Werbeplakat TDoppelgrafik

Gut, haben wir gedacht, spielen wir das Spiel mal mit: „Wer vögeln will, muss freundlich sein.” Wohlfühlbotschaft, Relativierung und Nullaussage in einem, gewürzt mit einer Priese flachem Humor und Angriffsfläche für Empörung. Checkliste erfüllt und gleichzeitig aus der Masse herausgestochen. Aber was ist mit Inhalten?

Für alle, die unseren rationalen Stil bevorzugen, haben wir ein eine zweite Seite: „Wer Zukunft will, muss mutig sein.” Eine Nullaussage? Nein, denn genau darum geht es: Mut zu haben, unbequeme Positionen zu vertreten, Konsequenzen aufzuzeigen, Risiken einzugehen, um unsere Zukunft zu gestalten. Oder anders: #NoRiskNoFuture

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